Argumente

Schulsozialarbeit ist ein Erfolgsmodell

Seit den ersten Projekten in den 90-er Jahren hat sich die SSA schweizweit etabliert und gehört zum selbstverständlichen Angebot der Kinder- und Jugendhilfe. Das Tätigkeitsfeld umfasst Einzelberatungen, Gruppen- und Klasseninterventionen bei sozialen Themen sowie Kriseninterventionen (z.B. bei Gewalt oder Mobbing). Auch Beratung und Unterstützung im Bereich Kinderschutz und Präventionsarbeit gehören zu den Aufgaben der SSA.

Schulsozialarbeit sollte niederschwellig erreichbar und rasch verfügbar sein

Diese Voraussetzungen sind in Winterthur aufgrund der knappen personellen Ressourcen nicht gegeben. Deshalb kann die Schulsozialarbeit trotz hoher Qualität und Fachlichkeit nicht ihr volles Wirkungspotential entfalten. Dies bestätigt auch die von der Fachhochschule Nordwestschweiz durchgeführte Evaluation aus dem Jahr 2018.

Chancengerechtigkeit statt Ungleichbehandlung

Aufgrund der knappen Ressourcen ist die SSA nicht in allen Schulhäusern vor Ort präsent. Folglich haben die Schülerinnen und Schüler nicht überall einen niederschwelligen Zugang zu den Dienstleistungen und die Möglichkeit, für ihre Anliegen rasche Hilfe zu erhalten. Mit dem Ausbau wird die Ungleichbehandlung beseitigt und alle Stufen von Kindergarten bis Sekundarstufe erhalten einen  Anteil an Schulsozialarbeit.

Schulsozialarbeit entlastet Schulen und spart Kosten

Die SSA unterstützt bei komplexen Problemlagen und kann Situationen rasch beruhigen. Sie wirkt präventiv und die frühen und flexiblen Interventionen helfen, hohe Folgekosten (z.B. Heimplatzierungen) zu reduzieren.  Investitionen in die SSA ermöglichen demnach, nachhaltige Einsparungen in anderen Bereichen.

Der Ausbau der Schulsozialarbeit ist keine Luxuslösung, sondern längst überfällig!

Der Ausbau bedeutet die Anpassung an die kantonale Normalität und die gesetzlichen Vorgaben. Das Kinder- und Jugendhilfegesetz verlangt von den Gemeinden eine bedarfsgerechte SSA. Mit einem Schlüssel von 690 Schülerinnen auf eine 100%-Stelle soll ein Zustand hergestellt werden, der im Kanton schon lange der Normalität entspricht. In Winterthur war eine Vollzeitstelle Schulsozialarbeit Ende 2018 für 1162 Kinder und Jugendliche zuständig. Mit der Anpassung wird zudem der steigenden Schüler- und Schülerinnen-Zahlen Rechnung getragen werden.